70 - Zu Gast bei Maschenfein: Melanie Stiebner
Shownotes
Sind Strickbücher nicht toll? Diese Fotos, neue Anleitungen und Geschichten rund ums schönste Hobby der Welt … herrlich! Aber bis so ein Buch in eurem und unserem Regal steht, dauert es natürlich. Wer wüsste das besser als ein Buchverlag? Für diese Folge von "Nur noch eine Reihe" haben wir deswegen Melanie Stiebner eingeladen. Sie führt den gleichnamigen Verlag in München, der sich auf Handarbeitsbücher sowie besondere Koch- und Reiseliteratur spezialisiert hat. Im Gespräch mit Sophia erzählt Melanie, wie man überhaupt Verleger wird, wie ein Buch entsteht und was ihr Handarbeiten bedeuten.
Viel Spaß beim Zuhören!
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Das Intro- bzw. Outro heißt Good Feelings von Insomniac Village, lizensiert bei https://de.audiocrowd.net/.
Die Musik für die Rubriken wurde uns von KRONER zur Verfügung gestellt. https://kronermusik.de/
Transkript anzeigen
00:00:01: So, hallo Melanie.
00:00:03: Hallo, grüß dich Sophia.
00:00:04: euch freue mich, dass es geklappt hat, dass wir wieder mal einen Gast haben oder vielmehr eine Gästin. Ich hoffe, dir geht's gut, hat's bei euch auch geschneit heute.
00:00:11: Ja, ich schaue tatsächlich noch auf die Reste. Es regnet heute ein bisschen, ich bin in München und gestern war aber eine fette dicke Schneedecke, war total schön winterlich und wir waren gestern tatsächlich auf einem zugefrorenen See das erste Mal in Jahren. Also sehr aufregend der Winter bei uns gerade.
00:00:16: Mmh.
00:00:25: Ja, siehst du, dafür reicht es bei uns leider nicht. ist jeden Tag, wird sozusagen die Stadt gefragt, wann wird denn der Maschsee, das ist bei uns der große See in der Stadt, wann wird der denn freigegeben? Aber dafür reicht es leider nicht. Er ist zwar zugefroren, aber die brauchen ja so eine Mindeststärke da, die Eisflächen und dafür... Ja, nee, absolut. Und es wäre einfach zu unsicher und dafür reicht es nicht. Aber wir haben heute auch wieder Schnee. Die Kinder freuen sich. Ich finde...
00:00:40: Ja, safety first ist auch sinnvoll.
00:00:52: Ich finde es auch schön zum Angucken, aber ja, ich habe mich gerade gefreut, als ich dann an den Rechner konnte und freue mich umso mehr, dass du heute zu Gast bist. Und ich würde sagen, wir starten mal direkt mit der ersten Rubrik. Genau, unsere Gästin müsste es eigentlich heißen, die Rubrik. Vielleicht stellst du dich mal kurz selber vor.
00:01:14: Ja, gerne. Also ich bin Melanie Stiebner. Ich bin ein gebürtiges Münchner Kindl und ich lebe auch wieder mit meinem Mann in München. Ich war ein paar Jahre weg, aber jetzt bin ich seit ein paar Jahren auch wieder zurück und genieße es sehr hier mit dem Schnee. Also ich fühle mich sehr, wohl hier und ich führe in München auch den Stiebner Verlag. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das ein Familienunternehmen. Ich führe es in dritter Generation seit 2019. Und wer den Verlag nicht kennt, wir sind ein kleines Haus, das sich auf hochwertige Handarbeitsbücher spezialisiert hat. Wir machen primär Dinge für fortgeschrittene StrickerInnen und Hegelende oder so ein bisschen das Besondere. Damit versuchen wir uns ein bisschen auszuzeichnen. Wir haben aber tatsächlich im letzten Jahr auch angefangen, besondere Anfängerbücher zu machen, wenn wir was Außergewöhnliches drin sehen und wenn wir denken, dass das ein Buch gewesen wäre, mit dem wir selber gerne angefangen hätten, weil tatsächlich unser ganzes Team auch handarbeitet. Also wir sind große Leidenschaftstäter und wir arbeiten mit deutschen, aber auch sehr vielen internationalen Designerinnen zusammen. Das hat uns auch am Anfang so bisschen begleitet, dass wir sehr viele bekannte Gesichter nach Deutschland gebracht haben mit ihren Büchern.
00:02:30: Ja, ich glaube, da kommen wir nochmal drauf zu sprechen. Ich habe mir nämlich extra nochmal die Seite von uns aufgemacht, wo wir eure Bücher haben und nochmal gespitzt, genau, auf die Autorinnen. In dem Fall kommen wir nochmal zusprechen. Du musst mir das jetzt nochmal, also ich hatte, ich habe direkt mehrere Nachfragen. Und zwar, wenn du sagst, du wohnst wieder in München, wo hast du zwischendurch gewohnt?
00:02:34: Okay.
00:02:41: Ja, gerne. Ja, super, spring rein! Ja, ich habe in Leipzig studiert. Meine Herzenstadt, das ist so toll.
00:02:54: Ja, Leipzig ist toll, ja.
00:02:56: Ja, es ist großartig, aber leider, also ich hab schon vor einer ganzen Weile studiert und als ich fertig geworden bin, es dort leider einfach keine Jobs, deswegen war es keine Option zu bleiben, ich wäre so gerne geblieben. Und dann bin ich nach Nürnberg gegangen und dann bin ich nach ein paar Tagen, ein paar Tagen, schön wäre es gewesen, ein paar Jahren in Nürnberg, bin ich dann zurück nach München gekommen. hab zwischendrin, während ich Nürnberg gelebt hab, meinen Mann kennengelernt, der ist auch Münchner und irgendwann war es dann, ja, war es dann einfach zu
00:03:04: Mmh.
00:03:10: Mhm.
00:03:23: hat es euch zurückgezogen.
00:03:26: weit mit dem immer hin und her fahren und ich bin jetzt schon auch wirklich lange wieder da. Ich glaube auch schon seit 15 Jahren, nicht gerade erst vorgestern zurückgezogen. Verlagswirtschaft, ist BWL für Medienunternehmen. Mittlerweile war es noch für Buchverlage.
00:03:27: Ja.
00:03:32: Was hast du studiert?
00:03:46: Ja, weil das musst du mir, weil mein Wissen über Verlage, Buchverlage, wie wird man Verleger, Verlegerin, speist sich eher so aus der Popkultur, aus Filmen, wo das irgendwie, weißt du so, wo das dann so eine Rolle spielt mit Verlagen und das ist ja auch immer alles total cool. Aber vielleicht erzählst du mir einmal kurz, wie man Verlegerin wird in deinem Fall, wobei es dir natürlich wahrscheinlich ein bisschen in die Wiege gelegt wurde, wenn es ein Familienunternehmen ist, ja.
00:03:56: Hahaha
00:04:07: Ja. Richtig, deswegen kann man es bei mir. Es ist tatsächlich primär die Familie. man muss auch sagen, wenn du jetzt acht oder zehn VerlegerInnen fragen würdest, was ist denn der Karriereweg, diesen Job auszuüben, würdest du acht oder zehn Antworten bekommen. Weil es tatsächlich bei Verlagen, und das ist auch das, was ich so schön und besonders finde an der Branche, jedes Haus funktioniert total anders. Und die Jobbeschreibungen und Funktionen sind deswegen in jedem Haus auch sehr anders. Bei einem Familienunternehmen ist es ja so, dass du dir deinen Job auch so bisschen selber prägen kannst, beziehungsweise bei einem Unternehmen in unserer Größe. Wir sind zu fünft, also bei uns macht jeder das, was er besonders gut kann und dann noch die Sachen, die halt sonst noch gemacht werden müssen. Und ich habe tatsächlich einen sehr stark betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Ich habe es gerade gesagt, ich habe Verlagswirtschaft studiert, ich habe mit Schwerpunkt Controlling und Unternehmensführung studiert. Und ich habe auch 15 Jahre lang im Controlling und oder Finance Bereich von Medienkonzernen gearbeitet. Also ich komme sehr, sehr stark von der BWL-Schiene und bringe auch das sehr stark in meinen Job mit. Das Programmatische ist bei mir eher über die private Leidenschaft gekommen. Also ich strick selber total viel, ich nähe super viel, ich bin sehr kreativ. Und da kommt so meine programmatische Stärke her, aber die Ausbildung eher im wirtschaftlichen Unterricht. Und bei den meisten Verlegerinnen ist es aber so, dass sie tatsächlich über das Programm kommen. Die waren in irgendeiner Form mal Lektor, haben als Lektor angefangen, sind Programmleiter geworden oder Programmleiterin und sind dann eben Verleger geworden. Und auch die Jobdescriptions eines Verlegers, einer Verlegerin ist sehr unterschiedlich, je nachdem, wie groß das Haus ist, wie spezialisiert man ist, wie viele Imprints es gibt. Also es ist sehr, sehr verschieden. Ich bin in erster Linie strategin.
00:06:02: und Kontrollerin, ich sagen. Also ich übe den Job sehr stark so aus, dass ich versuche, die Rahmenbedingungen für mein Team zu schaffen, damit wir bestmöglich arbeiten können und die bestmöglichen Bücher machen. Ich selber mache aktiv jetzt, am Anfang habe ich das schon gemacht, aber mittlerweile betreue ich selber keine Buchprojekte aktiv mehr im Tagesgeschäft, weil ich es einfach nicht mehr mit der Fülle der Aufgaben so gut hinbekomme, wie ich finde, dass die AutorInnen oder Designer das verdienen, deswegen mache ich das nicht mehr selber und wir haben ganz ganz tolle Lektorinnen dafür bei uns im Team.
00:06:39: Das heißt, siehst du, weil das habe ich nämlich im Kopf vermischt, Verleger und Lektor. das ist so, ja. Okay. Gut. Hast du das Kabel vor dir liegen, zufällig vom Mikro?
00:06:43: Ist häufig dasselbe, es ist ganz häufig dasselbe.
00:06:52:
00:06:54: Weil du jetzt schon vom Verlag erzählt hast, vom Stiebner Verlag, nehmen wir direkt die nächste Rubrik, wobei sich das natürlich alles ein bisschen mischt. Du hast gesagt, du strickst und nähst selber total gerne. Das passt ja super zu eurem Verlagsprogramm. War der Stiebner schon immer ein Verlag, der sich eben auf kreatives Programm sozusagen spezialisiert hat?
00:07:10: Mh. Ja.
00:07:22: Also unsere Wurzeln liegen sehr stark im Grafikdesignbereich. haben sehr viel, also die ursprüngliche Wurzel war im Kunstbereich, Kunst und Kultur hieß das damals. Wir haben sehr viele Bücher über Maler gemacht, auch Kunstdrucke. Das war noch zu den Zeiten von meinem Großvater. als mein Großvater war auch Drucker und Setzer, also der kam sehr stark von der Lithographie und war da sehr leidenschaftlich. als mein Vater übernommen hat, haben wir sehr viel angefangen im Bereich Grafikdesign zu arbeiten und waren damals fast
00:07:33: Mhm.
00:07:52: Fachverlag würde ich sagen. Also sehr viel Grafikdesigner haben mit unseren Büchern gelernt und unsere Bücher wurden auch sehr stark im Studium in der Lehre eingesetzt. Und wir haben aber schon immer viele Lizenzen gemacht und als sich die Lizenz, also ausländische Bücher ins deutsche übersetzt und als sich die ausländischen Verlage vom Grafikdesign so ein bisschen wegbewegt haben, haben wir das automatisch quasi mitgemacht, weil wir die Bücher eben immer nach Deutschland gebracht haben. Da ging es dann auch erstmal in den Bereich Modedesign rein, also auch noch auf einem sehr hohen Fachlevel. auch in den Modeschulen, die ESMO zum Beispiel, da haben wir sehr viel Unterrichtsmaterial geliefert. Und aus diesem Modefokus wurde dann mehr und mehr ein Handarbeitsfokus und so richtig reingegangen. In der Form, wir es heute tun, haben wir es aber tatsächlich erst, als ich dazu gekommen bin. Mein Vater ist jetzt nicht so der Handarbeiter, deswegen hat er jetzt da nicht so das besondere Failbele gehabt und ich wollte aber das Programm so gestalten, dass ich wirklich da auch Handschrift draufsetzen kann und darin wirken kann. Ich hatte auch mit einer Bekannten angefangen, die auch zur gleichen Zeit wie ich angefangen hat im Verlag, die ist auch immer noch da, die macht unser Handarbeitsprogramm. Und sie und ich haben das Programm dann sehr stark geprägt, weil wir eben sehr stark auf die Dinge gegangen sind, die aus unserer Sicht im deutschen Markt fehlen und dann einfach angefangen haben diese Form vom Programm aufzubauen.
00:09:18: War das für dich eigentlich schon immer klar, dass du das so weiterführen wirst, den Stiebner Verlag?
00:09:21: Es war immer klar, dass ich das auf keinen Fall machen werde. Ich habe ja meinen Vater und auch meinen Großvater gesehen, als ich aufgewachsen bin und habe gesehen, was dieses Thema Selbstständigkeit bedeutet.
00:09:25: Ja.
00:09:35: und wollte das auf gar keinen Fall. Und da habe deswegen eben auch die Konzernkarriere angeschrieben und habe aber dann irgendwann, ich glaube ich die meisten, wenn man dann lange den Job macht und immer in diesem Hamsterrad ist, ich habe mir halt irgendwann die Frage gestellt, wofür ich das eigentlich mache. Und das war just zur selben Zeit, als mein Vater so langsam angefangen hat, darüber nachzudenken, aufzuhören mit dem Verlag. Und er hat mich dann damals einfach angesprochen, hat gesagt, ich würde das gerne aufhören. Jetzt wäre noch die Chance, dass du es ausprobierst und dass du kommst und das übernimmst. Und wenn du nicht möchtest, ist das okay, dann würde ich es jetzt verkaufen. Und ich habe da ein paar Monate drüber nachgedacht und ich fand aber das Gefühl, dass dieses Haus dann nicht mehr da ist in dieser Form. Das fand ich ganz komisch, weil ich bin ja mit dem Verlag aufgewachsen. Der war immer da. hatten damals, als ich ganz klein war, hatten wir noch eine Druckerei und das war einfach immer ein Thema. Und ich fand das, das hat sich wie so ein Verlust angefühlt. obwohl ich selber ja da nicht gearbeitet habe. Und da ich damals eben selber überlegt habe, was mache ich jetzt als nächstes, dachte ich mir, ich probiere das jetzt einfach. Also was soll schon schiefgehen? Ich kann es jetzt ausprobieren und wenn es mir keinen Spaß macht, er möchte ja verkaufen, dann ist ja nichts kaputt gegangen. Und das war vor mittlerweile acht Jahren. habe es 2018 dazu gekommen und es ist großartig. Ich habe es echt bereut und ich bin so froh, dass ich das so gefügt habe und dass ich die Chance hatte, das auszuprobieren, weil ich glaube, ich hätte es mir nicht zugetraut als als Job, wo ich mich drauf bewerben muss jetzt und wo ich dann beweisen muss, dass ich das kann. Da hätte ich, glaube ich, so ein Impostor-Syndrom gehabt und mir gedacht, nee, das ist eh nichts für mich. Das habe ich ja noch nie gemacht. Das kann ich beschleunigen.
00:11:15: Hm.
00:11:18: nicht und so habe ich die Chance bekommen und habe einfach eine große Leidenschaft entdeckt und das war ein großes Glück für mich.
00:11:27: Ja, und wie schön auch wenn du deine Handschrift hinterlassen konntest oder hinterlässt, ne? Und sagst, du richtest das eben doch noch mehr jetzt zum Beispiel auf diesen kreativen Bereich aus. Das ist doch, ja das ist doch schön. Und jetzt bist du ja auch, ne? 2018 hast du gesagt, seitdem bist du dabei. Du musst mir mal erklären und ich war ja natürlich auch auf eurer Seite und da steht ja Stiebner und daneben steht Co-Press. Genau, was das ist. genau, wie ihr zusammengehört, wie das...
00:11:30: Ja, absolut. Ja, total.
00:11:40: Ja, absolut.
00:11:48: Kobra ist ja... Genau, also man spricht bei Verlagen ganz häufig von Imprintz. Das ist das, was sich im Nicht-Verlagsumfeld Marken nennt. Also eine Firma hat verschiedene Marken, die sie veröffentlicht oder unter denen sie veröffentlicht oder in derer Handschrift die Produkte veröffentlicht. Im Verlag sind das eben Imprintz. Und der Stiebner Verlag ist bei uns die GmbH, die oben drüber hängt. Stiebner Verlag GmbH. Und darunter haben wir die zwei Marken Stiebner und Coopress. Und unter der Marke Stiebner veröffentlichen wir eben Bücher im Bereich Handarbeiten, was wir gerade schon angesprochen haben. Wir machen auch Kochbücher und Abenteuerbücher. Und im Verlagsbereich Co-Press haben wir Sportbücher. Und man macht das meistens so ein bisschen, dass man nach Zielgruppe auch differenzieren kann und dass die Leute nicht so verwirrt sind, dass unter derselben Marke ganz unterschiedliche Themen rauskommen. Man muss dazu sagen, das kommt ein bisschen aus der Historie. Viele Verlagshäuser heute haben ein unglaublich breites Programm und haben nur eine Marke. Aber früher war es eben ganz, stark so, dass man in diesen unterschiedlichen Markenwelten gearbeitet hat, auch damit die Buchhändler wissen, welche Bücher jetzt sie zu erwarten haben von dem Verlag. Und wir haben es einfach so beibehalten, weil wir tatsächlich auch zwei unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Also Stiepner ist ...
00:13:05: eher weiblich orientiert in der ganzen Designsprache, ganzen Package, wie wir daherkommen mit unseren Büchern und auch wie der Verlagsauftritt auf Instagram zum Beispiel ist. Und Cobriss ist im gesamten Design, in dieser Welt, in der wir uns bewegen, eher männlich. Es ist immer schwierig, wenn man diese Attribute hinterlegt, vielleicht hat man eine gewisse Assoziation damit. Natürlich sind beide Bücher für beide oder für jeden geeignet, aber designtechnisch haben wir da einfach unterschiedliche Parameter.
00:13:37: Man braucht ja auch diese Personas, mit denen man so arbeitet. braucht ja jemanden im Kopf, für den man ein Produkt kreiert. Und ... Also, ich fühle mich total angesprochen von euren Büchern. Ich finde die ... Vielleicht ein Teil davon. Ich mag die total gerne, ich hab auch grad noch mal geguckt.
00:13:40: Richtig, genau.
00:13:49: Sehr gut, du bist unsere Persona.
00:13:57: Ihr verlegt ja auch, das hattest du ja schon erwähnt, zum Beispiel von der Maja Carlson, der Schwedin. Die Bücher habt ihr ja nach Deutschland sozusagen geholt oder auch von Klompelumpe habt ihr was mit drin. Winterzeit finde ich beide total toll. Vielleicht erzählst du mal, wie das funktioniert, weil das sind ja nicht direkt Autoren bei euch im Verlag, sondern die sind ja eigentlich dann in dem Fall in Schweden oder Norwegen.
00:14:02: Mhm. Ja. Richtig.
00:14:15: Ja. Genau. Also ganz grundsätzlich funktioniert das bei den Verlagen so, dass es zwischen den internationalen Verlagen schon Verbindungen gibt. Also jeder Verlag hat bestimmte internationale Verlage, mit denen er die erkennt und mit denen er arbeitet. Und da hat man irgendwie zweimal im Jahr Gespräche, wo man sagt, was macht ihr, was machen wir, welche Bücher davon sind für uns interessant, was könnten wir einkaufen? Und man kauft dann wirklich die Lizenz dafür. Wir haben so ein bisschen anders angefangen, weil tatsächlich waren wir ja, als ich zu Stiepner kam, Es gibt ja verschiedene große Verlage in Deutschland, die Handarbeitsbücher machen. Und wir waren jetzt natürlich da nicht super bekannt bei den ausländischen Verlagen. man muss sich erstmal so eine gewisse Standing erarbeiten, dass man dort überhaupt ernst genommen wird von denen und damit die überhaupt ins Gespräch gehen mit einem. Das war bei uns am Anfang nicht so. Also bin ich damals einen anderen Weg gegangen, weil ich sehr viel privat, ich bin halb Amerikanerin und zweisprachig aufgewachsen. Also ich lese sehr viel im Englischen und nutze sehr viel englische Medien. Und ich hatte im Privat, aus meinem privaten Stricken und Nähen, kannte ich einfach verschiedene Designerinnen, bei denen ich
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00:15:46: Genau, also ich bin halb Amerikanerin, ich bin zweisprachig aufgewachsen und lese deswegen privat einfach sehr viel Englisch und nutze sehr viele englische Seiten und Medien. Und ich hatte damals ein paar... Designerinnen, die ich genutzt habe, von denen ich wusste, dass sie Bücher herausgebracht haben, die aber die Bücher im Selbstverlag rausgebracht hatten, weil sie auch gar nicht mit einem Verlag arbeiten wollten. Das haben die auch teilweise thematisiert, dass sie enttäuscht sind von der Arbeit mit den klassischen Verlagen und dass sie es deswegen selber machen, also im Blog oder auf Instagram. Und ich habe mir damals gedacht, ich schreibe die jetzt einfach an und ich stelle uns so ein bisschen vor und ich erzähle so ein bisschen und sage, dass wir halt anders arbeiten als viele Große und frage die, ob die einfach Lust hätten mit uns ihr Buch auf Deutsch zu machen. Und das hat super gut funktioniert. Ich glaube über diese sehr persönliche Ansprache und dadurch, dass wir auch ein Familienunternehmen sind und dass alles irgendwie sich dann anders angefühlt hat für die. Und darüber haben wir zum Beispiel Nancy Marchant gewonnen. Wir haben dadurch die Designerin von Tin Can Nits gewonnen mit unserem Nordisch Stricken. Das war eins der ersten großen Bücher, die wir in dem Bereich gemacht haben, die wirklich super sich gut verkauft haben. Wir haben Julie Weissenberger von Coco Nits gewonnen.
00:16:57: Mhm.
00:17:07: Und dann hatten wir auf einmal wirklich große Namen und diese großen Namen haben uns dann wiederum die Türe zu den Lizenzverlagen geöffnet. Und so sind wir dann zum Beispiel auch in Maja Carlson gekommen, die veröffentlicht bei Bonnier in Schweden. Und die Agentin kannte ich wiederum, die Lizenz Agentin kannte ich wiederum über einen anderen Deal, den wir gemacht haben. Die strickt auch selber. Also da ist diese Welt im Handarbeiten ist schon sehr durch persönliche Leidenschaft geprägt. Und über diesen haben wir einfach, ja, also tolle Autorinnen. Ich sage immer Autorinnen, weil es tatsächlich, bis auf unseren Bernd Kessler, unseren Japaner, haben wir eigentlich prima Autorinnen im Programm. Da sind ganz viele Türen für uns aufgegangen und die wiederum haben es uns dann auch ermöglicht, tolle deutsche Autorinnen zu finden, weil dann auf einmal, wenn man dann eine gewisse Anzahl an Büchern draußen hat, dann werden die Leute natürlich auch aufmerksam auf einen. Dann hat man auch bessere Chancen, wenn man sie anspricht.
00:18:06: Ja, persönliche, also Netzwerken, persönliche Kontakte, das ist sowieso immer, finde ich, schön und bringt immer viel. Also, merkt man einfach. Wie läuft denn so ein Tag bei euch ab? Ihr seid ja jetzt gar nicht so riesig, ne? Ihr seid ja, Ja. Ja. Und wie ist denn so ein Tag bei euch?
00:18:10: Ja, total. Total.
00:18:18: Ne, überhaupt nicht. sind ganz klein. Wir sind zu fünft. Also wir sind wirklich, wirklich klein. Das kommt bei uns extrem darauf an, in welcher Phase der Programmgestaltung wir uns befinden. Dadurch, dass wir so klein sind, können wir nicht so viel gleichzeitig machen. Deswegen haben wir ein sehr sequenzielles Jahr. Wir bringen zwei Programme raus und die folgen immer beide denselben Kurven. Eine Phase ist die Phase, in der wir sehr stark nach neuen Projekten suchen, in denen wir sehr stark mit Autorinnen sprechen, Leute ansprechen, ob sie Lust haben, Buch zu machen, aber auch auf die Buchmessen fahren. ist es im Oktober Frankfurt und im März-April ist es in London. Mit unseren Lizenzverlagen sprechen, schauen was da kommt und das ist eine große Phase und wenn diese Phase abgeschlossen ist und wir uns darauf geeinigt haben, im Team, welche Bücher wir jetzt machen wollen. Dann beginnt eine Phase der eher vertrieblichen Ausgestaltung und Platzierung. Da haben wir sehr viele, was wir nennen, Titel-Brainstormings. Da treffen wir uns zu fünft und brainstormen, wie das Buch denn auf Deutsch heißen sollte. Das geht manchmal ganz schnell und manchmal geht es gar nicht gut. Aber es ist sehr kreativ, es macht viel Spaß. Und wenn wir die Titelformulierung festgelegt haben, dann geht es ins Design, dann gestalten unsere Grafikerinnen die Cover. wieder sehr viele Meetings, wo wir vor vollgepflasterten Wänden stehen und uns 70 verschiedene Varianten des Covers anschauen. Da könnt ihr, wenn es euch interessiert, mal auf Instagram schauen. zeigen ganz häufig Reels mit unseren Cover-Prozessen, wo wir so eine gewisse Auswahl von den unterschiedlichen Varianten zeigen, die so in der Diskussion waren.
00:19:52: Hm?
00:19:59: Und wir sagen auch ganz häufig in dieser Phase, wenn uns irgendwer zuhören würde, der würde, niemand macht sich diese Gedanken, weil wir dann halt über den Strich auf der Seite und ist das jetzt wirklich Farbe und ist jetzt die Platzierung von dem Muster für unsere Zielgruppe richtig oder muss das nicht anders sein? Also ihr kennt es ja wahrscheinlich von der Maschenfreien Welt. Man macht sich über so viele Sachen Gedanken, die man dann nachher sicherlich im fertigen Projekt spürt, aber so sicherlich nicht nachvollziehen kann. Und wenn die Phase vorbei ist, die schließt dann bei uns ab mit unserer Katastrophe.
00:20:16: Ja, ja.
00:20:29: Produktion, also wenn die neue Vorschau rauskommt, dann gehen wir tatsächlich in die Produktion der Titel. Dann werden die Übersetzungen angeliefert, die Lektorinnen arbeiten mit den Autorinnen am Konzept und an den Manuskripten. Dann geht es ins Design, in die Grafik und dann wird es am Schluss gedruckt. Und natürlich, die Phasen sind so ein bisschen versetzt nebeneinander, aber wir versuchen das schon immer relativ fokussiert in einer Phase zu lassen und in nächste zu gehen. Dadurch haben wir auch nicht so viele Trendtitel wie viele von den großen Verlagen, weil wir einfach nicht so schnell produzieren können. Wir sind halt ein kleines Team und wir können eben nicht so viele Sachen gleichzeitig machen. Deswegen haben wir manchmal einen Trend, wo wir nachher denken, ja, es wäre schön gewesen, wenn wir dazu ein Buch gehabt hätten, aber ging halt jetzt einfach nicht.
00:21:16: Wobei ich habe gerade gesehen, macht ja jetzt zum Beispiel, ist es schon draußen oder nicht, das weiß ich jetzt nicht, auch mit Minitüchern zum Beispiel. ist ja so ein, Mini Maxi Tücher ist ja auch ein Trendthema. Wie entsteht denn so ein Buch? Also jetzt mal, wenn ihr wirklich mit einer deutschen Autorin zusammenarbeitet, wie funktioniert das dann?
00:21:23: Minimaxi-Tücher, ja genau.
00:21:32: Also der Startpunkt ist, also kann zwei unterschiedliche Startpunkte geben. Startpunkt Nummer eins ist, jemand kommt auf uns zu und sagt, ich habe eine Idee, ich möchte ein Buch machen. Startpunkt Nummer zwei ist, wir haben eine thematische Idee und überlegen uns, wir würden gerne ein Buch zu diesem Thema machen, wen könnten wir denn ansprechen dafür? Das machen wir relativ wenig, weil wir sehr stark autorengetrieben sind, nicht so stark Konzept getrieben, ich mal. Also wir sagen jetzt nicht, wir wollen unbedingt ein Thema zu Minitüchern haben, den können wir jetzt ansprechen, sondern wo uns ist eher so, wir möchten gerne mit diesem Designer oder dieser Designerin arbeiten. Was für ein Konzept könnte denn da passen? Wie können wir da ein Buch draus machen? Und in beiden von beiden Startpunkten kommen geht es aber dann ähnlich weiter. Dann geht man eben mit dem möglichen Autor der Autorin ins Gespräch. und erarbeitet von der Idee weg ein Konzept und schaut, ob das für beide Seiten passt. Mein Job in dem Prozess ist dann, dass ich sehr stark die vertriebliche Brille aufsetze und eben gucke, was ist die Zielgruppe, haben wir da genug Leute, die das kaufen könnten, wie können wir es platzieren, wie passt es hin, was gibt es an Konkurrenz, wie funktioniert das Ganze. Da drehen wir dann meistens noch mal eine Runde mit dem Autor oder der Autorin, weil Vertrieb und Inhalt sehr unterschiedlich sind und ein wunderschönes Buch, man in seinem Herzen trägt, vielleicht nicht unbedingt das ist, was sich am besten verkauft. Und manchmal das, wo wir sagen, ja, das verkauft sich super, nicht unbedingt das ist, was der Autor oder die Autorin fühlt. Also da muss man auch gucken, dass das einfach zueinander passt. Und wenn da alles passt, dann beginnt normalerweise die eher autorenseitige Arbeit, wo geschrieben wird. konsumtioniert wird. machen dann normalerweise das Shooting für die Designs und wenn Manuskript und Shooting fertig ist, geht es ins Lektorat, wird dann uns von unserer Lektorin eben gegengelesen. Da geht es dann auch immer sehr viel hin und her mit dem Autor oder der Autorin. Ja, ihr habt ja selber schon viele Bücher rausgebracht, wisst, wie es ist.
00:23:30: Ja, ich weiß wirklich, was da ... Also, das kann man sich immer gar nicht von außen so vorstellen. Aber das ist so wahnsinnig viel Abstimmungsbedarf. Und es geht hin und her, ist wirklich ...
00:23:34: Ja, absolut. Ja, unfassbar. Bis jetzt arbeiten wir bis zu diesem Punkt, wo ich es erzählt habe, ausschließlich in Word und es schicken Wordfiles hin und her. Und dann, wenn das Manuskript in der Form ist, wo man sagt, so, jetzt passt es, dann geht es in die Grafik und dann wird es eben dort zu einem lebendigen Buch gesetzt. sehr stark bei uns, das ist auch überall unterschiedlich, wir arbeiten auch sehr stark mit den AutorInnen zusammen und versuchen, weil wir wenig Reihencharakter haben, wir haben wenig Bücher und man sagt, das ist jetzt das nächste aus der Reihe.
00:23:46: Hm?
00:24:11: und diese Bücher sehen alle gleich aus, sondern bei uns ist eigentlich jedes Buch sehr stark abgestimmt auf den Autor, die Autorin. Deswegen ist das jedes Mal ein neues Projekt für sich und dauert dann entsprechend auch seine Zeit. Und wenn es dann im Design ist, dann geht es nochmal zurück an den Autor, die Autorin. Dann macht man nochmal eine Korrekturphase, dann geht es ins Schlusslektorat, da wird dann nochmal auf Rechtschreibung gelesen. Und wenn wir dann happy sind, geht es in Druck. Und sechs Wochen später ist es fertig.
00:24:39: Was wird zu sagen, also, gut, Druck ist sechs Wochen, was wird zu sagen, so von der Buchidee bis hin zu ich halte es in den Händen, wenn es aus dem Druck kommt, wie lange dauert das?
00:24:47: Mmh. Also sehr unterschiedlich und sehr abhängig davon, wie schnell der Autor die Autorin schreibt. Ich würde sagen, uns ist es relativ lang ein Jahr bis anderthalb Jahre, würde ich sagen.
00:25:02: Hm.
00:25:04: Wir kriegen es auch schneller hin, aber wir lassen uns gerne Zeit, weil diese Abstimmungen eben sehr zeitintensiv sind und weil es uns auch wichtig ist, dass wir am Schluss ein Produkt haben, mit dem der Autor, die Autorin wirklich happy ist, weil unsere Erfahrung ist, dass es dann halt auch gut funktioniert im Vertrieb.
00:25:21: Und das macht es ja, finde ich, gerade bei Büchern so schwierig mit diesen Trends, Also weil wir wissen alle, wie schnelllebig Trends teilweise sind. Und wenn du dann als, mit einem Buch darauf reagieren möchtest, das ist, ja, manchmal schwer zusammenzubringen.
00:25:25: Ja, total.
00:25:34: Genau. Das ist auch der Grund, warum wir so stark am Anfang auch und eigentlich auch immer noch in den fortgeschrittenen Bereich gegangen sind, weil man fängt in der Handwerk oder Handarbeit oder ja, ein Kreativhobby, sagen wir so, fängt man ja relativ schnell an, wenn man es viele sieht und man hört es aber auch relativ schnell wieder auf, wenn es einen langweilt. Und wir gehen eher von der Maßgabe rein, dass wir sagen, wenn jemand ein Hobby schon ein paar Jahre macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dabei bleibt und dass er mehr lernen möchte und wieder und wieder wieder zu uns zurückkommt, deutlich höher. Und weil man so eine lange Phase hat, weiß man dann eben auch immer nicht, was der Markt macht. Und das ist natürlich auch immer ein finanzielles Risiko für ein Verlager. Ich wir drucken erst mal mehrere tausend Bücher. Das ist ein Investment. Wir müssen halt auch das Zutrauen haben, dass wir diese verkaufen, übernennen. Hoffentlich nicht allzu langen Zeitraum.
00:26:31: Ja, ja, verstehe ich. Ich habe dir noch eine Rubrik mitgebracht. Und zwar wollte ich mit dir nochmal über Handarbeiten an sich reden. Also es gehört ja hier alles zusammen, du als Person, der Verlag, die Handarbeiten und so. Also es ist so ein fließender Übergang. Aber du hast ja schon gesagt, du strickst selber gerne, du nähst gerne. Welche Bedeutung haben denn Handarbeiten für dich?
00:26:36: Mhm.
00:26:58: Es ist sehr schwer in Worte zu fassen, aber es ist ein integraler Bestandteil von meinem Leben und für mich auch. absolut wichtig. Also ich merke, wenn ich das über längere Zeit nicht machen kann, weil ich gerade so viel zu tun habe oder weil ich viel unterwegs bin und die Zeit es einfach nicht zulässt, dass es mir dann auch nicht so gut geht damit. Ich glaube, das können viele aus eurer Community sicherlich auch nach empfinden. wenn man den Maschenfein-Podcast hört, dann ist man selber, glaube ich, Strickopfer oder Hegelopfer. Nee, es hat für mich, also es ist wirklich schwer zu beschreiben, aber ich finde, es hat eine sehr erdende Wirkung. Also es
00:27:26: Ja, ja, sehr, ja.
00:27:33: Hahaha, ja.
00:27:42: Es gibt mir Pausen im Alltag und es macht den Kopf leise für mich. Ich bin selbstständig, habe ein Team, ich habe tausend Dinge in meinem Kopf. Ich denke ständig darüber nach, was ich im Verlag besser machen kann, was wir tun müssen, welche Punkte es gerade gibt. immer sehr laut in meinem Kopf und das Handarbeiten hilft es einfach leise zu machen, weil da konzentriere ich mich auf was anderes. Da ist sehr viel Kreativität. Ich mag es total gerne, die Garn anzufassen, Stoffe anzufassen. Ich habe gestern eine halbe Stunde einfach verbracht, meine alten Leinezeitschriften durchzublättern, weil ich gucken wollte, ob irgendein Design drin ist, was zu einem Garn passt, was ich mir gerade gekauft hatte. Und auch das finde ich so schön. Also einfach dieses Abtauchen in diese ästhetische Welt.
00:28:13: Mmh.
00:28:31: Ich kann es mir nicht vorstellen, ich habe tatsächlich sehr spät angefangen. Ich habe mit dem Stricken erst angefangen, ich in den Verlag gekommen bin, also vor acht Jahren. Und mit dem Nähen habe ich 2015 angefangen, also ungefähr elf Jahre. Ich hatte eine sehr lange Zeit, wo ich das nicht in meinem Leben hatte und ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum und wieso ich das erst so spät verstanden habe, wie toll das ist. Also im Moment stricke ich einen Design von Susan Crawford, das ist auch eine...
00:28:48: Ja.
00:28:53: Ja. Was strickst du denn gerade?
00:29:00: Autoren von uns, Engländerin. Und ich mache immer zwei Sachen gleichzeitig, damit ich Abwechslung habe. Und ein paar Socken aus unserem neuen Buch Socken ganz einfach. Stricken oder Socken stricken ganz einfach. Ich bin nämlich echt keine Socken strickern. Und anhand von dem Buch habe ich mir jetzt mal vorgenommen, dass ich das jetzt mal lernen möchte und den Spaß dran finden möchte. Und es hat auch echt gut funktioniert. Ich habe es das erste Mal toe-up funktioniert, probiert und das funktioniert für mich deutlich besser als Kuff-down.
00:29:29: das muss ich auch mal aus… Bei Socken scheiden sich ja die Geister in den Strickrunden und ich verstehe es total. finde gestrickte Socken, ich finde sie mega und stricke sie aber ganz ungern und ich weiß, ich kann nicht sagen, vielleicht ist es irgendwie tatsächlich die Strickweise. Vielleicht muss ich mal auch Toe-Up ausprobieren, also von den Zehen nach oben. Vielleicht hilft das.
00:29:30: ganz begeistert. Super! Ja, total.
00:29:41: Genau, same bei mir.
00:29:52: Ja, und was für mich jetzt auch so bisschen game-chained war, ich hab's jetzt auch mit Magic Loop ausprobiert. Ich strick wahnsinnig gerne Magic Loop. Und ich hab bis jetzt, ich bin einfach, ich weiß nicht warum, aber nicht auf die Idee gekommen, Socken im Magic Loop zu stricken. Und mit dieser Anleitung bin ich jetzt mal auf die Idee gekommen und das funktioniert für mich halt einfach deutlich besser, als diese ganzen Nadeln in der Hand zu haben.
00:29:59: Ja.
00:30:10: Ich nehme das mit, weil beides habe ich noch nicht ausprobiert. Magic Loop an sich schon, aber nicht bei Socken. Ich bin immer unzufrieden mit dem Nadespiel. Man sieht den Übergang immer von der einen zur anderen Nadel. Aber wie gesagt, ich handgestrickte Socken toll. Und es gibt so hübsche Modelle. Ich mag auch bunte Farbverlaufsocken, wenn es Hause gemütlich sein darf. Aber es gibt richtig schicke Sockenmodelle. Das gucke ich mir an. Und was nähst du so?
00:30:14: Ja, da siehst du.
00:30:20: Ja genau.
00:30:31: Richtig.
00:30:34: Genau.
00:30:40: Also ich habe jetzt tatsächlich länger nichts mehr gemacht. habe gestern Stoff zugeschnitten, das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit, weil zum Nähen braucht man ja tatsächlich Zeit und die habe ich häufig nicht. Aber jetzt habe ich gerade von Burda eine Blazerjacke zugeschnitten. Ich mag diese sehr fieseligen Sachen, an denen man Stunden mit irgendwelchen Techniken verbringt. Mag ich total gern, ja. Ich bin totaler Listen-Fan, ehemaliger Controller. Ich mag Listen, ich mag abhaken, ich mag Excel, ich fieselige Techniken.
00:31:00: Magst du? Okay. Okay, Respekt. Weil das hält ... Ja. Ja, okay. Ja, okay, weil ich finde Nähen auch toll, aber bei Nähen hält mich immer so bisschen die Vorbereitung. Weil meine Strick-Sachen, die habe ich, die nähme ich, es geht los. Es dauert dann im Prozess, glaube ich, bisschen länger, weil es ist ja so Masche für Masche. Also am Ende kommt es wahrscheinlich aufs selbe raus, aber Nähen ist immer so dieses Stoffwaschen, Zuschneiden. Am schlimmsten finde ich, wenn man Schnittmuster kleben muss, da bin ich dann, das ist Abpausen. Ja, ja, ja, das stimmt. Aber und dann ...
00:31:16: Ja. Richtig.
00:31:32: Oder Abpausen, auch nicht mein Favorite.
00:31:38: Und trotzdem sagt man Handarbeiten beruhigen ein und ehren.
00:31:42: Also mein Mann sagt ganz häufig, wenn ich dann zum 8 Mal irgendwas zurückstricke und mich ärgere, sagt er ihm, so viel wie du dich ärgerst, kann ich mir nicht vorstellen, dass das entspannend ist. ich so, doch, doch, genau das ist entspannend.
00:31:47: Ja. Ja, genau. Doch, doch. Ja. Und wie sieht das aus so mit Kochen und Reisen? Weil das sind ja auch Reihen bei euch sozusagen, also themenschwerpunkte kochst du auch gerne. Ich freue mich übrigens immer sehr über die Kochtipps, also diese Rezepte, die ihr teilt. Ja, das finde ich immer cool, ja.
00:31:59: Ja.
00:32:05: Ja, Ja, tatsächlich das macht unsere Social Media Managerin, die Laura, die macht das immer ganz gut. Ich koche tatsächlich gar nicht.
00:32:10: Ja.
00:32:15: darf ich glaube ich gar nicht laut sagen als Kochbuchverlegerin, aber bei uns macht das mein Mann. Ich kann überhaupt nicht kochen, ich backe sehr gut. Das ist so meine Ehrenrettung. Aber ich habe Gott sei Dank die Verena, unsere Kochbuchlektorin, die das kann und die sich da kümmert. Kochen war für uns so eine Weiterentwicklung, nachdem wir darüber nachgedacht haben, was denn unseren Leserinnen vielleicht auch Spaß machen könnte oder was in ihre Lebenswelt passt. Also da kamen wir über diesen Persona-Ansatz, den du vorher auch angesprochen hattest. und hatten das Gefühl, dass da Kochen gut hinpassen könnte und sind dann eben die Gestaltung der Kochbücher genauso angegangen, wie wir die Handarbeitsbücher auswählen. Und so kam diese Rubrik ins Leben und die Reiserubrik. Also wir haben keine Reiseführer, das ist vielleicht wichtig zu sagen, sondern wir arbeiten sehr stark in das, was wir Travel Writing nennen, also Berichte, Reiseberichte, Beschreibungen.
00:33:03: Mhm.
00:33:05: Und das kommt sehr stark über meine persönliche Leidenschaft. Ich lese sowas wahnsinnig gerne selber. Ich finde das ganz inspirierend. Und ich habe einfach immer wieder oder wir hatten immer wieder Begegnungen mit möglichen Autorinnen oder in dem Fall sind es eigentlich nur Autorinnen. Wir arbeiten wirklich da nur mit Frauen in dem Bereich im Moment, weil wir da auch sehr, sehr stark feministisch wäre jetzt zu stark gesagt, sehr Frauen bestärkenden Fokus drauf haben. Also Dinge erzählen, die einen selber bestärken, vielleicht mal den Schritt zu gehen, aus dem Alltag auszubrechen, loszulassen, was zu erleben oder das einfach nur auf der Couch nachzuempfinden. Und so kamen die Bücher dazu. Also da haben wir nicht so einen richtigen Fokus drauf, sondern wir machen das immer, ein gutes Projekt kommt oder wenn wir die Idee zu einem guten Projekt haben.
00:33:34: Mhm.
00:33:54: Habt ihr schon was zum Thema Sauerteig im Kochbuchbereich? Ich frage nur, weil das ist mein Instagram-Feed. Entweder sehe ich jemanden, strikt oder es wird Brot gebacken. Ich hab jetzt auch selber ein Sauerteig im Kühlschrank. Ich stehe aber noch ganz am Anfang dieser Backetappe.
00:34:00: Ja, Brot backen. Ja, genau.
00:34:09: Nein, da haben wir tatsächlich nichts gemacht, jetzt nicht, weil es uns nicht interessieren würde, sondern mehr aus dem Fakt, dass der Markt schon so voll ist, dass es schon so viel gibt. Wir haben ein Buch, was jetzt nicht in die Richtung Sauerteig geht, aber es ist ein Backbuch.
00:34:15: Ja.
00:34:21: Zimt, Schnecke und Dinkelbrot heißt das. Backen ohne kneten. ist Backen mit Hefeteigen, die man eben vorbereiten kann, die so ein bisschen in einen sehr busy Alltag passen, weil man den Zubereitungsprozess aufteilen kann. Ich kann erst den Teig machen und dann kann ich ihn liegen lassen und dann kann ich ihn später irgendwie weiterverarbeiten oder drei, vier Tage später weiterverarbeiten oder auch einfrieren. Das ist das einzige, was wir in die Richtung haben.
00:34:23: ja.
00:34:48: Kannst du verraten, darfst du verraten, woran ihr gerade so arbeitet?
00:34:52: Ich kann so ein paar Sachen kann ich sagen. Ich darf natürlich nichts sagen, was die Konkurrenz uns wegschnappen könnte, deswegen muss ich ganz vorsichtig sein. Aber ich kann sagen, also eins hast du tatsächlich schon angesprochen, ist in unserem aktuellen Programm, Frühjahrsprogramm haben wir ein Buch zum Thema Mini- und Maxi-Tücher. Wir wollten eben nicht noch ein Mini-Tuchbuch machen, weil ich ehrlich gesagt von euren ziemlich begeistert bin. Die habe ich auch selber privat in der Nutzung und ich finde das neue auch ganz toll, das für Anfänger. Aber wir dachten uns, das ist eine schöne Kombination zu sagen, ich habe Muster, was ich auf eine Mini-Tuch
00:34:57: Ja, ja, nee, das ist klar. Genau.
00:35:25: auch ausprobieren kann und dann kann ich später auf einem Maxi-Tuch nachstrecken, wenn es mir gefällt. Also so eine tragbare Maschenprobe im Prinzip.
00:35:32: Ja, eine coole Idee. Ja, richtig gut.
00:35:33: Ja, das kommt im Juni. Und dann arbeiten wir für das Herbstprogramm an natürlich sehr vielen unterschiedlichen Sachen, aber zwei kann ich schon erzählen. Wir haben ein Strickbuch, was sich rund die Welt von Peter Rabbit oder Peter Hase drehen wird, worüber ich mich selber total freue, weil das war in meiner Kindheit Peter Rabbit war ein Riesenthema und das Buch ist unglaublich süß. Babykleidung mit eben Peter Hase Motiven und eins, worauf ich mich auch persönlich sehr freue. Wir haben jetzt die dänische Designerin Thea Westerby für uns gewinnen können und wir machen mit ihr zusammen ein Buch mit ihren Designs. Die hat bis jetzt kein deutschsprachiges Buch, also da freuen wir uns auch sehr drauf. Das wird auch eine Eigenproduktion, die haben wir nicht gekauft, sondern da arbeiten wir wirklich exklusiv mit ihr zusammen.
00:36:21: Das klingt sehr cool. Freue ich mich drauf. Gibt es denn Bücher, jetzt schon da sind? Und das ist ja jetzt ein Podcast hauptsächlich für Strickerinnen und Stricker, die du der Strick-Community ans Herz legen möchtest.
00:36:33: Mhm.
00:36:37: Also ich kann natürlich alle unsere Bücher auswählen. Besonders gut, ich sag vielleicht mal zwei, die ich selber tatsächlich sehr viel privat nutze. Das eine davon ist von Kutuwa Kika.
00:36:39: Ja, und welche gefallen dir besonders gut?
00:36:53: von der Veronika Lindberg, Lieblingsstücke mit Kotova Kika, das liebe ich. Das sind so schöne Designs. An dem Pullover habe ich mich jetzt noch nicht gestartet, aber ich habe jetzt schon mehrere Mützen draus gestrickt und es ist einfach, es ist ein großartiges Buch. Also wenn ihr gerne nordische Designs oder skandinavische Designs strickt, dann ist das wirklich absolut empfehlenswert. Und ein anderes, was ich auch wirklich dauernd in der Hand habe, ist
00:36:53: Ja, ja.
00:37:18: Wundertüte der Stricktricks von Patti Lyons. Das ist kein Modellbuch, sondern das ist ein Theoriebuch. Und die Patti Lyons hat eine unglaublich witzige Art und Weise, sagen wir mal so Strickanatomie zu erklären. Also Dinge, über die man vorher noch nie nachgedacht hat. Die erklärt sie einem und dann sagt man, ach, deswegen hat das immer nicht geklappt. Also das finde ich absolut großartig.
00:37:21: Ja.
00:37:43: Ja.
00:37:45: Und eins auf das ich mich sehr freue, was jetzt nächsten Monat kommt, ist von der Amerikanerin Mary Green ein Wollknäuel, so viele Möglichkeiten. Das ist ein Buch, wo es sich primär drum dreht, wie man die ganzen Wollknäule, die man im Urlaub immer als Souvenir mitnimmt, was man mit denen macht. Und das finde ich sehr cool, weil das entlang von Garngrößen sortiert. Das heißt, man kann gucken, nicht Garngrößen, Garnstärken, danke, Lauflänge, Garnstärke.
00:37:59: Jaja, kenn ich.
00:38:10: Ganz stärken, meinst ne? Ja.
00:38:13: So dass ich gucken kann, was habe ich mitgenommen und was könnte ich daraus machen. Das alles so gemacht, dass man mit 100 Gramm machen kann. Das kann ich ganz gut gebrauchen, glaube ich.
00:38:25: Ja, also ich auch. Es ist ja genau das im Urlaub, wenn man irgendwie ein Wohlgeschäft sieht, wo man denkt so, und dann man irgendwie ein Strang wird oder ein Knäuel und dann steht man zu Hause und denkt so, ja und jetzt? Genau, nochmal sagt. Oder auch, wenn man von Projekten was übrig hat. das ist ja auch irgendwie, Handarbeit ist nochmal was.
00:38:27: Hahaha!
00:38:32: Mhm. Richtig.
00:38:38: Nochmal Socken. Ja, genau, genau. Und ich habe auch meistens, ich brauche immer sehr, sehr viele Maschenproben, bis ich die richtige erwische. Deswegen kaufe ich auch sowieso immer einen Strang mehr. Es ist schade, nichts damit zu machen.
00:38:58: Ne, das klang jetzt also, genau das und also die Bücher klang total interessant. Ich verlinke das auch alles in den Show Notes, auch euren Instagram-Account und auch, ihr habt auch einen Newsletter, den man abonnieren kann. Genau.
00:39:05: Das ist ja gerne ja. Genau, einmal im Monat haben wir einen Newsletter, der so bisschen Blick hinter die Kulissen gibt und auch immer ein kostenloses Rezept oder eine kostenlose Strickanleitung beinhaltet und einfach so bisschen vom Verlagsleben erzielt.
00:39:21: Ja, nee, ich freu mich immer, wenn ich den kriege. Ihr hattet auch mal, war das da oder im Instagram? Da habt ihr sogar auch mal gefragt, welche Überschrift würde euch besser gefallen,
00:39:23: Bitte schön, danke!
00:39:29: Genau, das machen wir auch manchmal, dass wir fragen. Ich hatte ja vorher gerade dieses Titel brainstorming angesprochen und manchmal können wir uns einfach überhaupt nicht entscheiden zwischen ein, zwei, drei Varianten und dann befragen wir auch immer gern unsere unsere Leserinnen, weil die letztlich ja das Buch auch kaufen, was ihnen jetzt besser befallen würde.
00:39:43: Genau, genau, Ach schön, euch freut mich, das hat Spaß gemacht. Also und ich bin sehr gespannt auf die Bücher, die jetzt kommen. kann ja schon, ein paar sind ja angekündigt auf eure Webseite, da kann man gucken und dann freue ich mich einfach auf die nächsten Newsletter. Und ich glaube, auf der H &H sehen wir uns nicht dieses Jahr, ne? Ihr seid da, ich bin da, dann sehen wir uns!
00:39:48: Ja, danke mir auch.
00:39:56: Genau,
00:40:00: Ja. Wir sind da. Also wenn du da bist, wir sind da. Wir haben diesmal ein bisschen eine andere Standnummer als sonst und die weiß ich jetzt natürlich gerade nicht. Aber wir sind auf jeden Fall da und wir freuen uns auch schon auf viele Besuche. Wir werden auch am Samstag Abend Nachmittag Meet & Greet mit allen anwesenden Autorinnen haben. Also wer auf der H &H ist, spitzt mal auf unseren Instagram-Kanal oder in unseren Newsletter, weil da werden wir es nochmal sagen, wann und wo. Ja. Sehr schön.
00:40:28: Da freue ich mich noch mehr. Finde ich richtig toll. Dann schaue ich bei euch auf jeden Fall vorbei und wünsche dir jetzt noch einen schönen Wintertag und dann viel Erfolg mit all den Büchern, die da noch kommen.
00:40:35: Ja, danke schön. Danke dir, Sophia, danke für die Einladung, hat mich wirklich gefreut, hier zu sein. Bis dann, tschüss!
00:40:42: Sehr gerne. Bis dann. Tschüss.
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